Neuer Pilotenstreik liegt in der Luft

zwei Piloten im CockpitKampf zwischen Konzern und Gewerkschaft

Die Kunden der Lufthansa haben vor Weihnachten anscheinend erneut mit massiven Flugausfällen zu rechnen. Die Gewerkschaft “Vereinigung Cockpit´´ verfolgt weiterhin das Ziel, die Übergangsversorgung der Piloten zu erhalten. Das bedeutet, dass etwa jeder zweite Pilot, mit 55 Jahren in Frührente geht und dann bis zum Anfang der gesetzlichen Rente weiterhin bis zu 60% des ursprünglichen Gehaltes bezieht. Die Fluggesellschaft Lufthansa hat vor, diese Übergangszeit zu verkürzen, indem die Altersgrenze angehoben wird, sodass die Piloten länger arbeiten müssen. Außerdem gibt es Differenzen, die die Gehälter und die seit einiger Zeit angestrebte Billig-Strategie der Fluggesellschaft betreffen. Der diese Probleme behandelnde, nun bereits mehrere Monate andauernde Konflikt zwischen Lufthansa und ihren Piloten kostet den Konzern nicht nur immense Summen von circa 170 Millionen Euro, sondern verunsichert, besonders vor Weihnachten, auch viele Passagiere.

Keine Einigung in Sicht

Obwohl die Chefetage der Lufthansa noch Anfang letzter Woche ihre bestehende Hoffnung auf eine Beilegung des Streits und eine Einigung verkündet hatte, steht nun ein erneuter Streik unmittelbar bevor.
Die Sprecher der Pilotengewerkschaft “Vereinigung Cockpit” beschuldigen das Management der Lufthansa ein “autokratisches Führungsmodell” durchsetzten zu wollen und fühlen sich einem Mitbestimmungsrecht entzogen. Auf Kompromissvorschläge sei ebenfalls in keinster Weise eingegangen worden, da das Management nicht von seinen ursprünglichen Plänen bzw. Forderungen abweiche. Als Konsequenz daraus zieht die Gewerkschaft nun den Entschluss zu weiteren Streikmaßnahmen bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Dadurch soll der Konzern zum Einlenken und zur Bereitschaft, auf Forderungen der Gewerkschaft einzugehen, gezwungen werden. Es wäre der neunte Aufruf dieses Jahres an die Piloten zum Ausstand. Insgesamt mussten deshalb schon knapp 6000 Flüge gestrichen werden. Im März stimmten bei einer Abstimmung unter den Piloten dafür, den Kampf um neue Tarifverträge wenn erforderlich auch mit Streiks durchzusetzen. Der letzte Streik im Oktober betraf laut Angaben der Lufthansa rund 166.000 Passagiere und wurde trotz eines vom Konzern gestellten Eilantrags, der die Gewerkschaft zu dessen Beendung zwingen sollte, durchgesetzt.
Allerdings wurde in Stellungnahmen der VC auch deutlich, dass es sich bei den Konflikten um weitaus tiefgehendere handelt: Die massiven Sparmaßnahmen zu denen der Konzern aufgrund des Konkurrenzkampfes im Luftraum gezwungen wird, führen dazu, dass in den Tochtergesellschaften die Löhne sinken. Diese Billigflug-Tendenz wird von der Gewerkschaft scharf kritisiert.

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